Die Verzögerte Benoni-Verteidigung - Ein dynamisches Repertoire gegen 1.d4 (Dezember 2017)
GM Boris Chatalbashev nicht gekauft

  • 1.  Einführung und Vorschau frei
  • 2.  Verzögertes Benoni – Einführung geschlossen
  • 3.  Theorie Hauptvariante geschlossen
  • 4.  Kapitel 1A: Weiß spielt a2-a4 geschlossen
  • 5.  Tyomkin - Chatalbashev geschlossen
  • 6.  Kapitel 1B: Weiß spielt dxe6 geschlossen
  • 7.  Verzögertes Benoni - ein Repertoire gegen 1.d4 geschlossen
  • 8.  Cvitan - Smirnov geschlossen
  • 9.  Kapitel II: Alternativen zur Hauptvariante geschlossen
  • 10.  Klassisches Benoni mit Sbd7 geschlossen
  • 11.  Averbakh-System geschlossen
  • 12.  Vierbauernangriff geschlossen
  • 13.  Fianchetto-System geschlossen
  • 14.  Ld3, Sge2 geschlossen
  • 15.  Sämisch-Variante geschlossen
  • 16.  Kapitel 3: Zugfolgen und seltene Varianten geschlossen
  • 17.  Springerentwicklung nach e7 gegen Sämisch geschlossen
  • 18.  Springerentwicklung nach e7 gegen Klassisches System geschlossen
  • 14.90 EUR


    Die Verzögerte Benoni-Verteidigung - Ein dynamisches Repertoire gegen 1.d4

     

    Viele Schachspieler haben heutzutage nicht mehr die Zeit, um dem wachsenden Theorieaufkommen gerecht zu werden, das studiert werden muss, um Hauptvarianten zu spielen. Für diejenigen, die eine solide und doch dynamische Alternative suchen, hat Großmeister Boris Chatalbashev (unten im Bild) genau das richtige: Die Verzögerte Benoni-Verteidigung. Diese Eröffnung hat er viele Jahre lang in zahlreichen Partien erfolgreich angewandt, und dabei einen immensen Erfahrungsschatz angesammelt.

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    Einführung durch den Autor

    Beim Aufbau eines Eröffnungsrepertoires suchen viele Spieler, das gilt auch für mich selbst, nach eher seltenen und etwas abseitigen Varianten. Die praktischen Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Theorie bedeutet weniger zeitlichen Aufwand, und zudem besteht die Aussicht, dass der Gegner sich dort weniger auskennt, ja vielleicht sogar völlig überrascht und früh auf sich selbst gestellt sein wird. Nun werden allerdings seltene Eröffnungen oftmals aus gutem Grund selten gespielt. Die meisten Gambits sind nicht ganz korrekt, und daher gegen vorbereitete Gegner wenig erfolgsversprechend. Andere seltene Systeme, wie zum Beispiel das Tschechische Benoni, führen meist zu passiven Stellungen. Mit dieser Datenbank möchte ich eine Verteidigung vorstellen, die mir selbst viele Jahre lang gute Dienste geleistet hat, die solide, aber keineswegs passiv ist. Sie hat keinen offiziellen Namen, wird aber in der Schachliteratur manchmal als "Verzögertes Benoni" bezeichnet. Lassen Sie sich von dem eher unspektakulären Namen nicht verunsichern, wichtig ist, dass Ihre Resultate spektakulär sind!

     

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    Das ist die Standardzugfolge. Schwarz kann allerdings auch variieren. Ich empfehle, sich vor der Partie damit zu beschäftigen, welche Stellungstypen der Gegner bevorzugt. Wenn er gerne 3.Sf3 spielt, in der Hoffnung auf Zugumstellung in die Englische Eröffnung, kann es sich zum Beispiel lohnen, mit 1...c5 zu beginnen. Häufig gespielt wird auch 2.Sf3 g6 3.c4 c5 4.d5, allerdings kann Weiß hier mit 4.Sc3 eine Maroczy-Struktur praktisch erzwingen. Die unterschiedlichen Möglichkeiten für beide Seiten werden in den folgenden Kapiteln im Detail untersucht.

    In der Diagrammstellung sehen wir das schwarze Entwicklungsschema im Verzögerten Benoni: Erst das Fianchetto, dann d7-d6, und schließlich die Rochade. e7-e6 und e6xd5 (manchmal sogar e6-e5) wird aufgeschoben oder "verzögert", daher der Name.

    An dieser Stelle gibt es nur eine sinnvolle Alternative zu 5.e4: Das Fianchettosystem 5.Sf3 und 6.g3, das der berühmte Theoretiker GM Boris Avrukh in seinem Repertoirebuch 1.d4 Band 2 vorstellt. Hier empfehle ich:

    5...d6 6.g3 0-0 7.Lg2 Sa6 8.0-0 Sc7

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    Mit seinem letzten Zug möchte Schwarz den Vorstoß b7-b5 vorbereiten. Um diesen zu verhindern, muss Weiß früher oder später a2-a4 ziehen. Dann jedoch kann Schwarz mit e7-e5 das Zentrum schließen. Wie in meiner Beispielpartie gegen Tyomkin zu sehen ist, kommt es in dieser Struktur Schwarz zugute, wenn der weiße Bauer auf a4 steht, weil Weiß nicht mehr über den Plan verfügt, mit a2-a3 und b2-b4 am Damenflügel vorzugehen.

     

    Nach den Zügen 5.e4 d6 stehen Weiß zahlreiche Optionen zur Auswahl.

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    In den folgenden Kapiteln analysiere ich die Varianten 6.f4, 6.f3, 6.Le2 und 7.Lg5, 6.Ld3 und 7.Sge2, 6.Sf3 und 7.Le2, und schließlich die Hauptvariante 6.Nf3 und 7.h3.

     

    1) Weiß spielt 6.f4

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    Der Vierbauernangriff ist ungefährlich für Schwarz. Im Gegensatz zum Modernen Benoni steht Weiß hier das Läuferschach auf b5 nicht zur Verfügung.

    Nach 6.f4 0-0 7.Sf3 e6 8.Le2 exd5 9.cxd5 empfehle ich den seltenen Zug 9...Sbd7. 

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    Diese originelle Variante wird regelmäßig von Teimour Radjabov (unten im Bild) angewandt. Wie meine Analyse zeigt, gleicht Schwarz nicht nur aus, sondern hat auch gute Chancen, um die Initiative zu kämpfen.

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    2) Weiß spielt 6.f3

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    Mit 6.f3 leitet Weiß in die Sämisch-Variante der Königsindischen Verteidigung über. Auch hier genießen auf c7-c5 basierende Systeme eine hervorragende Reputation. Meine Empfehlung gegen Sämisch ist 6...e6 7.Lg5 exd5 8.cxd5 0-0 9.Dd2 h6 10.Le3 h5

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    Wie ich in meinen Analysen darlege, kann die Diagrammstellung über verschiedene Zugfolgen entstehen. Zum Beispiel kann Weiß auch sofort 7.Le3 anstelle von 7.Lg5 spielen. In der Regel möchte Weiß aber mit Lg5 den Zug h7-h6 provozieren, um anschließend mit Dd2 ein Tempo auf diesen Bauern zu gewinnen.

    Unbedingt merken sollte sich der Schwarzspieler, dass er in dieser Variante niemals Sbd7 spielen darf, solange der Springer noch auf g1 steht. Sonst erhält Weiß die Möglichkeit Sh3-f2, wonach er Vorteil hat.

     

    3) Weiß spielt 6.Le2 und 7.Lg5

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    Weiß steht bereit, ins Averbakh-System überzuleiten. Hier empfehle ich die folgende Variante:

    7...0-0 8.Lg5 e6 9.Dd2 exd5 10.exd5 Db6

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    Eine einfache Lösung des Stellungsproblems: Der Springer f6 wird entfesselt und das Standardmanöver Lf5-Se4 vorbereitet, mit Druck gegen b2.

     

    4) Weiß spielt 6.Ld3 und 7.Sge2

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    Weiß entwickelt seinen Springer in dieser Variante über e2 nach g3, um f2-f4 folgen zu lassen, und, meist unter Bauernopfer, einen Königsangriff zu starten.

    Nach den Zügen 6...0-0 7.Sge2 e6 8.0-0 exd5 9.cxd5 Sbd7 entsteht eine Stellung aus dem Modernen Benoni.

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    Hier empfehle ich, sobald der Springer auf g3 steht, den weißen Plan frühzeitig mit dem Vorstoß h5-h4 zu stören. Das führt zu kompliziertem Spiel, in dem die schwarzen Chancen nicht schlechter sind.

     

    5) Weiß spielt 6.Sf3 

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    Das ist bei weitem der meistgespielte Zug. In der Diagrammstellung hat er die Wahl zwischen zwei Varianten: Der Klassischen mit 7.Le2, und der Hauptvariante mit 7.h3 und 8.Ld3.

    Beide werden unter eröffnungstheoretischen Gesichtspunkten ausführlich untersucht. Allerdings bin ich überzeugt davon, dass Schwarz, um die entstehenden Stellungen gut zu spielen, in erster Linie die folgenden vier Strukturen verstehen muss:

    Struktur 1

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    Struktur 2

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    Struktur 3

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    Struktur 4

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    Diese Strukturen, und die ihnen innewohnenden Pläne und Ideen, werde ich in den folgenden Kapiteln anhand von instruktiven Partiebeispielen ausführlich erläutern. Die folgende Partie ist ein Beispiel dafür, wie selbst ein starker Großmeister von der Aufgabe, einen wirksamen Plan gegen den schwarzen Aufbau zu finden, überfordert sein kann.

     

    Beispielpartie



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