Ein Großmeisterrepertoire gegen die Slawische Verteidigung - Teil 2: Halbslawisch (Januar 2018)
GM Davorin Kuljasevic nicht gekauft

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  • 4.  Kapitel 1: 5...a6 geschlossen
  • 5.  Kapitel 2: 6...b6 geschlossen
  • 6.  Kapitel 3: Andere 6. Züge geschlossen
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  • 8.  Kapitel 5: Andere 8. Züge geschlossen
  • 9.  Kapitel 6: 9...e5 geschlossen
  • 10.  Kapitel 7: 9...a6 geschlossen
  • 11.  Kapitel 8: Andere 9. Züge geschlossen
  • 12.  Kapitel 9: 9...b5 , seltene Züge geschlossen
  • 13.  Kapitel 10: 9...b5 , Hauptvariante geschlossen
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    Ein Großmeisterrepertoire gegen die Slawische Verteidigung - Teil 2: Halbslawisch

     

    Nach denn Zügen 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 e6 entsteht die Ausgangsstellung der Halbslawischen Verteidigung.

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    Die Halbslawische Verteidigung gehört zu den meistgespielten Schwarzeröffnungen gegen 1.d4. Der schwarze Aufbau ist sehr flexibel und führt in der Regel zu komplexen Mittelspielen. Der Name dieser Eröffnung ergibt sich daraus, dass Schwarz mit 2...c6 und 4...e6 eine Kreuzung aus der Slawischen Verteidigung und dem Abgelehnten Damengambit spielt. Schwarz möchte in der Slawischen Verteidigung grundsätzlich gerne seinen weißfeldrigen Läufer auf der Diagonalen c8-h3 entwickeln. Im Halbslawen ist das nur selten möglich, und der Läufer wird daher meist über b7 aktiviert. Weiß hat verschiedene aussichtsreiche Möglichkeiten, der Halbslawischen Verteidigung zu begegnen: 5.Lg5, 5.g3, 5.Db3, 5.Ld3 and 5.e3.

    In diesem Repertoire empfehle ich den letztgenannten Zug. Anstatt frühzeitig die Dame ins Spiel zu bringen, oder einen Bauern zu opfern, bereitet Weiß mit 5.e3

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    die Entwicklung seines Königsflügels vor und deckt gleichzeitig den Bauern c4. In der Folge strebt er meist einen kleinen, aber langanhaltenden Vorteil an.

    Mehr als 90% der Schwarzspieler setzen nun mit 5.Sbd7 fort.

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    Mit diesem scheinbar zurückhaltenden Entwicklungszug wird der Weißspieler dazu eingeladen, die berühmte Meraner Variante zu spielen. Schwarz beabsichtigt, nach einem Zug des weißen Königsläufers auf c4 zu nehmen, und dann b5, Lb7, a6, und schließlich den Vorstoß c7-c5 folgen zu lassen, um eine Art verbesserte Version des Angenommenen Damengambits zu erhalten. Diese Eröffnung hat sich als sehr zuverlässig für Schwarz erwiesen.

    Die Hauptalternative ist das trickreiche 5...a6.

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    Die Idee ist ähnlich, Schwarz plant auch hier dxc4, b7-b5 und c6-c5. Er hält sich aber auch die Möglichkeit offen, mit c6-c5 eine Art modifizierte Tarrasch-Verteidigung zu spielen. In diesem Fall ist es vorteilhaft, die Entwicklung des Damenspringers zurückgehalten zu haben, da er in Stellungstypen mit hängenden Bauern oder Isolani wesentlich besser auf c6 steht. Diese Variante ist sehr solide, und stellt eine gute Alternative zur Hauptfortsetzung dar. Sie wurde sogar 2012 von Anand als Hauptwaffe in seinem Weltmeisterschaftskampf gegen Boris Gelfand angewandt.

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    Weiß hat als Antwort darauf viele gute Optionen: 6.c5, 6.Dc2, 6.Ld3 etc. Meine Empfehlung ist 6.b3.

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    Das entkräftet die schwarze Idee, dxc4 zu spielen, da nun der b-Bauer zurückschlagen kann. Diese Variante wird detailliert in Kapitel 1 untersucht.

    Meine Empfehlung nach 5...Sbd7 ist 6.Dc2.

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    Indem er die Entwicklung seines Königsläufers verzögert, entscheidet sich Weiß für die sogenannte Anti-Meraner Variante, im Gegensatz zur Meraner Variante 6.Ld3 dxc4 7.Lxc4 b5.

    Diese hat eine lange Geschichte, und dabei viel Eröffnungstheorie angesammelt, während der Anti-Meraner erst viel später populär geworden ist (in der späteren Schaffenszeit von Anatoly Karpov), und dadurch etwas weniger erforscht ist. Nach 6.Dc2 ist es wenig attraktiv für Schwarz, auf c4 zu nehmen: Weiß hätte, anstelle ein Tempo mit dem Läufer zu verlieren, seine Dame bereits auf das gute Feld c2 entwickelt.

    Der meistgespielte Zug in dieser Stellung ist 6...Ld6. Zunächst einmal möchte ich mich aber den Alternativen zuwenden.

     

    In den letzten Jahren hat der Zug 6...b6 deutlich an Popularität gewonnen.

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    Wer Eröffnungsvarianten gerne mit Namen versieht, könnte diesen ruhigen und grundsoliden Bauernzug, der die Absicht verfolgt, den Damenläufer möglichst früh zu entwickeln, als Dreev-Variante bezeichnen. Alexey Dreev (unten im Bild) ist der stärkste Spieler, der von dieser Fortsetzung regelmäßig Gebrauch macht. Aber auch Gregory Kaidanov und andere russische Großmeister haben ihren Beitrag zu der frühen theoretischen Entwicklung der Variante geleistet.

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    Der Zug 6...b6 ist Thema von Kapitel 2.

     

    Kapitel 3 befasst sich mit einigen Nebenvarianten wie 6...g6, 6...a6 und 6...Lb4.

     

    Die Ausgangsstellung der Anti-Meraner Variante entsteht nach den Zügen 7.Ld3 0-0 8.0-0.

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    Zu diesem Zeitpunkt ist d3 das natürlichste Feld für den Läufer, da er nun mit der Dame zusammen eine Batterie auf der Diagonale b1-h7 bildet. Er unterstützt auch den thematischen Vorstoß e3-e4, was es wiederum Schwarz erschwert, b7-b6 zu spielen. Der Nachteil ist, dass Schwarz nun mit Tempo auf c4 nehmen kann. Die Hauptfortsetzung ist daher auch 8...dxc4.

     

    Die bei weitem wichtigste Alternative für Schwarz ist 8...e5.

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    Das ist der direkteste Versuch, im Anti-Meraner auszugleichen. Schwarz steht in der Folge sehr solide, und nicht umsonst wurde dieser Zug bereits von vielen Topspielern angewandt. Der Nachteil ist allerdings, dass Schwarz praktisch keine Gewinnchancen hat. Aus diesem Grund ist 8...dxc4 wesentlich populärer. Trotzdem muss Weiß natürlich wissen, wie er aus diesen relativ trockenen Stellungen das Maximum herausholen kann. In Kapitel 4 zeige ich, wie Weiß in dieser Variante die besten Chancen auf Eröffnungsvorteil hat.

     

    Kapitel 5 befasst sich mit selteneren Fortsetzungen wie 8...h6, 8...De7, 8...a6 und 8...Te8.

     

    Nach 8...dxc4 9.Lxc4 steht Schwarz erneut eine Vielzahl verschiedener Fortsetzungen zur Verfügung.

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    In Kapitel 6 analysiere ich den Zentralvorstoß 9...e5.

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    Mit diesem Zug kämpft Schwarz nicht nur gegen den weißen Raumvorteil an, sondern versucht auch, so schnell wie möglich seine Figuren zu aktivieren. Der wichtigste Nachteil ist, dass der weißfeldrige Läufer des Weißen nun deutlich an Stärke gewinnt. Meine Analysen ergeben, dass Weiß mit dem prophylaktischen Zug 10.h3 Vorteil erreicht.

     

    Eine weitere wichtige Variante ist 9...a6.

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    Dieser flexible Zug wurde von den ungarischen Theoretikern Ribli und Lukacs in die Praxis eingeführt. Die Idee war, c6-c5 folgen zu lassen. Später entwickelte Anand neue Ideen in Verbindung mit dem Vorstoß b7-b5. Die Hauptvariante ist 10.Td1 b5 11.Ld3 Dc7 12.Ld2 c5 13.Se4 c4 14.Sxd6 Dxd6 15.Le2 Lb7 16.b3In Kapitel 7 demonstriere ich, dass das weiße Läuferpaar und seine Dominanz im Zentrum schwerer wiegen als die dynamischen Errungenschaften des Schwarzen.

     

    Die anderen Alternativen im 9. Zug, unter anderem 9...De7, 9...c5, 9...Dc7 und 9...h6 analysiere ich in Kapitel 8.

     

    Nach 9...b5 empfehle ich den Läuferrückzug 10.Le2.

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    In dieser Stellung ist die theoretisch gegenwärtig wichtigste Fortsetzung der Zug 10.Lb7In Kapitel 9 befasse ich mich mit den Alternativen 10...a6, 10...De7 und 10...Dc7.



    Gegen 10...Lb7 empfehle ich die relativ seltene und unerforschte, aber vielversprechende Idee 11.e4 e5 12.dxe5 Sxe5 13.Sh4.

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    Die schwarze Koordination ist im Moment nicht sonderlich gut, und Weiß macht sich das sofort zunutze, indem er versucht, mit Sf5 oder f2-f4 die Initiative zu übernehmen. Diese Fortsetzung wird in Kapitel 10 ausführlich analysiert.

     

    Beispielpartie:



    Ein Großmeisterrepertoire gegen die Slawische Verteidigung - Teil 2: Halbslawisch (Januar 2018)
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